Um möglichst frühzeitig Diabetes zu erkennen, sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wichtig, insbesondere dann, wenn das Diabetes-Risiko erhöht ist. Der Arzt untersucht das Blut, misst den Blutdruck und prüft Größe und Körpergewicht. Wenn Diabetes unbemerkt bleibt, dann führt er zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schäden an Nieren und Augen und zu gefährlichen Durchblutungsstörungen an Füßen und Beinen (siehe: Welche Folgen hat Diabetes?). Von Patienten mit Herzinfarkt leidet ein Drittel an Diabetes, ein weiteres Drittel an einer Vorstufe, dem sogenannten Prädiabetes.

Typ-2-Diabetes zeigt im Gegensatz zu Typ 1 weniger typische Symptome und wird daher oft erst später erkannt. Unspezifische Symptome können beispielsweise Müdigkeit, Schwäche und Leistungsminderung sein, ebenso häufiger Harndrang, Sehschwäche und ein vermehrtes Durstgefühl. Außerdem kann Folgendes auf eine mögliche Erkrankung hinweisen:

  • Juckreiz
  • ständiges Hungergefühl
  • Gewichtsveränderungen
  • depressive Verstimmung
  • wiederkehrende Harnwegsinfekte
  • schlecht verheilende Wunden

Für Typ-2-Diabetes zwar typisch, aber selten, ist das hyperosmolare diabetische Koma. Symptome sind Bewusstseinsstörungen, akutes Nierenversagen bis hin zum Koma, weil der Körper zunehmend austrocknet. Das ist die Folge davon, dass bei extrem hohen Blutzuckerspiegeln die Niere so viel Flüssigkeit ausscheidet, dass der Körper den Verlust über das Trinken nicht mehr ausgleichen kann. Der Flüssigkeitsmangel beträgt im Durchschnitt acht bis zwölf Liter. Betroffene erhalten Infusionen mit Kochsalzlösungen und Kaliumsubstitution zur raschen Rehydratation sowie eine intravenöse Insulinzufuhr.

Relevante Werte bei Diabetes

Bei Verdacht auf Diabetes werden einige Werte im Labor untersucht.

  • Nüchternblutzucker

Um diesen bestimmen zu können, sollten Sie mindestens acht Stunden vor der Blutentnahme nichts essen und keine kalorienhaltigen Getränke, Kaffee oder schwarzen Tee getrunken haben. Bei Diabetes liegt der Wert des Nüchternblutzuckers bei mindestens 126 mg/dl bzw. 7,0 mmol/l. Werte zwischen 100 und 125 mg/dl gelten als grenzwertig, daher wird häufig auch ein oraler Glukosetoleranztest durchgeführt.

  • Oraler Glukosetoleranztest

Dieser Test wird auch Zuckerbelastungstest genannt und dient dazu, Vorstadien von Diabetes rechtzeitig zu erkennen. In dieser Phase ist der Blutzucker nur zeitweise erhöht, nämlich hauptsächlich nach dem Essen. Drei Tage vor der Untersuchung sollten Sie sich normal und mit ausreichend Kohlenhydraten ernähren und auf das Rauchen verzichten. Der orale Glukosetoleranztest wird morgens im nüchternen Zustand durchgeführt. Für den Test müssen Sie eine Flüssigkeit mit 75 g Zucker trinken, der Blutzucker wird vor und zwei Stunden nach dem Trinken gemessen. Beträgt er nach zwei Stunden bei mindestens 200 mg/dl bzw. 11,1 mmol/l, liegt Diabetes vor, bei Werten über 140 mg/dl eine gestörte Glukosetoleranz.

  • Gelegenheitsblutzucker

Der Gelegenheitsblutzucker ist jener Wert, der zu jeder Tageszeit unabhängig von den Mahlzeiten gemessen wird. Bei einem Wert von über 200 mg/dl, mindestens zweimal gemessen, liegt ein Diabetes vor.

  • Langzeitblutzucker (HbA1c-Wert)

HbA1c ist ein Farbstoff der roten Blutkörperchen (Hämoglobin), der mit den Zuckerresten (Glukose) verknüpft ist. Der Wert zeigt die Konzentration des Blutzuckers in den vergangenen sechs bis acht Wochen an. Bei Diabetes liegt er bei mindestens 6,5 Prozent (48 mmol/mol). Ein erhöhtes HbA1c weist in einer Therapie auf eine schlechte Einstellung des Blutzuckers hin.