Die eingeschränkte Insulinproduktion von Typ-1-Diabetes kann zwar derzeit nicht geheilt werden, allerdings kann das Insulin von außen dem Körper hinzugefügt werden. Für die Injektionen gibt es eigene Pens, die das Spritzen erleichtern. Zudem sind die Nadeln so dünn, dass Insulin schmerzfrei injiziert werden kann. Die Insulintherapie erfolgt lebenslang, und die Betroffenen müssen ihren Blutzuckerspiegel regelmäßig kontrollieren. Es werden spezielle Schulungsprogramme angeboten, damit der Patient lernt, das Insulin korrekt zu spritzen und die Insulindosis der körperlichen Bewegung und Ernährung anzupassen.

Wer hingegen an Typ-2-Diabetes erkrankt ist, kann möglicherweise durch Gewichtsverringerung den Blutzucker wieder in den Griff bekommen. In diesem Fall besteht die Therapie daher aus einem dauerhaft veränderten Lebensstil mit viel Bewegung. Führt das nicht zum gewünschten Erfolg, wird Typ-2-Diabetes medikamentös mit oralen Antidiabetika behandelt. Es gibt eine Vielzahl an Substanzen, die unterschiedlich wirken: Manche unterstützen die Zellen dabei, dass sie wieder besser auf Insulin reagieren, andere wiederum fördern die Insulinfreisetzung. Erst wenn die Medikamente nicht helfen, den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren, muss regelmäßig Insulin unter die Haut injiziert werden.

Folgeerkrankungen von Diabetes

Um Folgeschäden wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Augen- und Nierenerkrankungen zu vermindern, werden häufig Medikamente verschrieben, die den Blutdruck (Ziel unter 140/90 mmHG) und den Cholesterinspiegel (Ziel: LDL-Cholesterin unter 70 mg/dl) senken und die Blutgerinnung hemmen. Folgen Sie daher den Anweisungen Ihres Arztes, und halten Sie sich an die Therapie. Gehen Sie außerdem regelmäßig zum Arzt, um mögliche Folgeerkrankungen rechtzeitig zu erkennen.

Sehstörungen und Diabetes

Diabetes kann die feinen Gefäße im Augenhintergrund schädigen (Retinopathie), was anfangs unbemerkt bleibt. Im fortgeschrittenen Stadium äußern sich Sehstörungen in Form von dunklen Flecken, roten Schleiern oder unscharfem Sehen. Eine Ablösung der Netzhaut kann sich in Symptomen wie „Lichtblitze“ und „Rußregen“ zeigen und schließlich sogar zur Erblindung führen. Die diabetische Retinopathie ist in den westlichen Industrienationen die häufigste Erblindungsursache bei Menschen im erwerbsfähigen Alter. Weitere Komplikationen sind eine Erhöhung des Augeninnendrucks (grüner Star) und Linsentrübungen (grauer Star).

Nierenprobleme und Diabetes

Der anhaltend hohe Blutzuckerspiegel führt dazu, dass sich die Wände der kleinen Blutgefäße in den Nieren verdicken. Das wirkt sich auf das Filtersystem aus, kleine Eiweißmoleküle (Albumin) können durch den Filter dringen und gehen dem Stoffwechsel verloren. Im fortgeschrittenen Stadium kommen zum Eiweißverlust noch Störungen des Wasser- und Salzhaushaltes und eine Blutdrucksteigerung. Das kann unbehandelt zu einem völligen Nierenversagen führen. Symptome einer diabetesbedingten Nierenschädigung können Leistungsschwäche, allgemeines Unwohlsein, Müdigkeit, Juckreiz, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Gewichtzunahme sein, ebenso Wassereinlagerungen im Gewebe der Arme und Beine (Ödeme).

Sexualstörungen und Diabetes

Diabetesbedingte Durchblutungsstörungen und Schädigungen der Nervenfasern können bei Frauen und Männern zu Sexualstörungen führen. Bei Männern lässt die Erektionsfähigkeit nach. Dabei geht es nicht um Orgasmus- oder Ejakulationsstörungen, sondern vielmehr um keine ausreichende Erektion, die aufrechterhalten wird, damit beide Partner einen befriedigenden Geschlechtsverkehr haben. Bei Frauen kann es zu Lustempfindungsstörungen und trockener Vaginalschleimhaut kommen. Der Libidoverlust ist auch eine Reaktion auf die Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, weil die Scheide trocken ist. Außerdem neigen sie häufiger zu Infektionen der Harnwege und der Genitalregion, insbesondere bei Frauen, die aber meist mit der richtigen Therapie komplikationslos behandelt werden können.

Ein nicht zu vernachlässigender Faktor bei Diabetikern ist die Psyche, denn Potenzstörungen und Libidoverlust haben auch psychische Ursachen, da der Alltag mit der Erkrankung belastend ist. So sind Diabetiker überdurchschnittlich häufig von Depressionen betroffen, die sich wiederum auf das Sexualleben auswirken.