Diese Form von Diabetes tritt deutlich häufiger und vor allem ab dem 30. Lebensjahr auf – von den geschätzten 600.000 zuckerkranken Menschen in Österreich sind über 90 Prozent von Typ-2-Diabetes betroffen. Im Gegensatz zu Typ-1-Diabetes bildet der Körper bei Typ-2-Diabetes zwar noch das Hormon Insulin, allerdings wirkt es auf Grund der sogenannten Insulinresistenz weniger, sodass nicht genügend Glukose in die Zellen aufgenommen wird. Als Folge steigt der Blutzuckerspiegel übermäßig an.

Ein entscheidender Faktor für die Erkrankung ist – vor allem bauchbetontes – Übergewicht, weil dadurch die Insulinempfindlichkeit in den Muskeln, in der Leber und im Fettgewebe verringert wird. Der Zucker im Blut kann daher nicht mehr ausreichend abgebaut werden. Hinzu kommt, dass das Insulin nach einer Mahlzeit zu langsam von den insulinproduzierenden Zellen abgegeben wird. Neben Fehlernährung, Übergewicht und Bewegungsmangel hat Typ-2-Diabetes auch genetische Ursachen: Das Erkrankungsrisiko für eineiige Zwillinge von Typ-2-Diabetikern liegt bei 50 bis 90 Prozent.

Folgeerkrankungen von Diabetes

Meist wird die Insulinresistenz nicht sofort entdeckt, und der Typ-2-Diabetes wird erst diagnostiziert, wenn bereits Folgeerkrankungen aufgetreten sind. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht vom „metabolischen Syndrom“, wenn neben Diabetes noch zwei der folgenden Faktoren zutreffen:

  • erhöhter Blutdruck (Hypertonie) von mehr als 135/80 mmHg
  • erhöhte Triglyceride-Konzentration (> 150 mg/dl)
  • erniedrigtes HDL-Cholesterin (≤ 40 mg/dl bei Männern oder ≤ 50 mg/dl Frauen)
  • erhöhter Bauchumfang (Männer über 102 cm, Frauen über 88 cm)

Die Rolle des Bauchumfangs bei Diabetikern

Der Bauchumfang ist ein indirektes Maß für das innere Bauchfett, das deutlich mehr Entzündungsbotenstoffe aussendet als Fett an Oberschenkeln und Gesäß und so nicht nur Typ-2-Diabetes, sondern auch Arteriosklerose fördert. Ein idealer Bauchumfang liegt bei Frauen unter 80 Zentimetern und bei Männern unter 94 Zentimetern. Das Risiko, an Diabetes zu erkranken, steigt noch deutlicher bei einem Bauchumfang von 88 Zentimetern bei Frauen und 102 Zentimetern bei Männern. Ihren Bauchumfang messen Sie am besten, indem Sie sich im Stehen ein Maßband auf Höhe des Bauchnabels um den Bauch legen, leicht ausatmen und den Wert auf Nabelhöhe ablesen.

Schlankheit mindert nicht immer das Diabetes-Risiko

Ein normales Körpergewicht ist von Vorteil, doch schlank ist nicht gleich schlank: Forscher vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) in Tübingen haben festgestellt, dass fast jeder fünfte schlanke Mensch einen geschädigten Stoffwechsel hat. Das heißt, dass auch schlanke Menschen eine schlechte Wirkung des Insulins im eigenen Körper haben können, vor allem, wenn sie wenig Muskulatur haben. Die Wissenschaftler kamen zum Schluss, dass besonders Probanden, die wenig Fett an den Beinen speichern, ein höheres Diabetes-Risiko haben. Auch ihnen wird daher geraten, auf rotes, verarbeitetes Fleisch und zuckerhaltige Getränke zu verzichten.