Typ-1-Diabetes wurde oft auch als Kinder- und Jugenddiabetes bezeichnet, da die Erkrankung vor dem 20. Lebensjahr auftritt. Diese Form der Zuckerkrankheit ist die Folge einer Autoimmunerkrankung. Konkret sind es Inselzell-Antikörper (ICA), Insulin-Antikörper (IAA), Antikörper gegen das Enzym Glutamatdecarboxylase (GADA) und Antikörper gegen die Tyrosinkinase IA-2 (IA-2A), welche die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstören. Diese Antikörper sind in 90 Prozent der Fälle bereits Monate bis Jahre vor Ausbruch der Erkrankung im Blut nachweisbar.

Da zu wenig bis gar kein Insulin mehr gebildet wird, kann der Blutzucker (Glukose) nicht in den Zellen aufgenommen werden. Das führt dazu, dass der hohe Zuckergehalt im Blut durch die Niere nicht ausreichend gefiltert werden kann. Ab einem Blutzuckerwert von 180 mg/dl (Nierenschwelle) erscheint der Zucker im Urin, was einen erhöhten Verlust von Wasser und natürlich Energie zur Folge hat. Den Zellen und Organe fehlt zudem der Energielieferant in Form von Zucker, daher werden stattdessen Fette und Proteine abgebaut. Es entstehen Ketonkörper, die zu einer Übersäuerung führen können. Die ersten Anzeichen für Typ-1-Diabetes sind starker Harndrang, vermehrter Durst, schnelle Gewichtsabnahme, Müdigkeit, Infektionen und Azetongeruch in der Atemluft.

Typ-1-Diabetes ist erblich

Die Entstehung von Typ-1-Diabetes ist zum Teil auch erblich bedingt: Mit einer Wahrscheinlichkeit von drei bis fünf Prozent wird die Zuckerkrankheit von einem erkrankten Elternteil auf ein Kind vererbt, das Risiko steigt auf 10 bis 25 Prozent, wenn beide Eltern Typ-1-Diabetes haben. Neben der genetischen Komponente sind auch äußere Faktoren wie beispielsweise bestimmte Viruserkrankungen, in Kombination mit Ernährungsfaktoren (frühzeitige Ernährung mit Kuhmilch), für die Erkrankung mitverantwortlich. Weil infolge des Typ-1-Diabetes kein körpereigenes Insulin gebildet wird, muss dieses lebensnotwendige Hormon zugeführt werden. Ein lang wirkendes Insulin wird ein- bis zweimal täglich gespritzt, zusätzlich wird eine Dosis schnell wirkendes Insulin jeweils zu den Mahlzeiten hinzugeführt. Alternativ kann Insulin auch kontinuierlich mittels einer Insulinpumpe verabreicht werden. Als Therapieziel gilt vor allem die Verhinderung von verminderter Lebensqualität aufgrund der chronischen Erkrankung und von metabolischen Entgleisungen, wie etwa Unter- und Überzuckerung.