Mit Diabetes lässt sich das Leben normal weiterführen, dennoch bleiben einige Fragen offen, die sich viele stellen. Hier sind die wichtigsten zusammengefasst:

Wie erkenne ich rechtzeitig, dass ich unter- oder überzuckert bin?

Die Symptome für Unterzuckerung können von Mensch zu Mensch variieren und werden nicht immer erkannt. Meistens deuten Schweißausbrüche, Heißhunger und Herzklopfen auf eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) hin, ebenso Nervosität, Blässe, Zittern, Kopfschmerzen, Reizbarkeit und Aggressivität, Konzentrationsschwäche oder Sehstörungen und Schläfrigkeit.

Bemerken Sie, dass Sie unterzuckert sind, sollten sie sofort schnellwirkenden Zucker zu sich nehmen, wie etwa Traubenzucker. Messen Sie anschließend gleich den Blutzucker: Lag er unter 40 mg/dl, sollten Sie zusätzlich langwirkende Kohlenhydrate wie Brot, Schokolade oder Müsli zu sich nehmen, damit ihr Blutzuckerspiegel nicht wieder sinkt. Bei Problemen sollten Sie in jedem Fall den Arzt aufsuchen.

Eine Überzuckerung hingegen äußert sich durch Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, gehäuften Urindrang, starken Durst und einen Acetongeruch des Atems, der wie ein Nagellackentferner oder faulige Äpfel riecht. Im Extremfall kann eine Überzuckerung zu Bewusstlosigkeit führen.

Wie spritze ich Insulin richtig?

Besprechen Sie mit Ihrem Arzt den richtigen Umgang mit der Insulintherapie. Generell wird Insulin bevorzugt in den Bauch oder die Außenseite der Oberschenkel gespritzt. Prinzipiell sollten Sie möglichst zur gleichen Tageszeit ins gleiche Areal spritzen, beispielsweise Mahlzeiteninsuline in den Bauch und Insuline für die Nacht in die Oberschenkel, um Unterschiede möglichst gering zu halten und den Wirkungsverlauf besser einschätzen zu können. Um Hautschäden zu vermeiden, sollten Sie die Injektionsstellen an den Arealen wechseln. Stechen Sie entsprechend der Dicke des Unterhautfettgewebes mit der Nadel in die gehaltene Hautfalte im Winkel von 45° bis 90°. Das Insulin verteilt sich dann vom Unterhautfettgewebe gleichmäßig in die Blutbahn. Wenn das Insulin in die Muskeln gespritzt wird, ist die Wirkung variabler, und es können unbeabsichtigte Blutzuckerschwankungen auftreten. Im Muskel wirkt Insulin schneller und kürzer, weil der Muskelgewebe besser durchblutet ist als Fettgewebe. Lassen Sie die Nadeln nach der Injektion noch kurz in der Haut, damit sich das Insulin im Unterhautgewebe verteilen kann und nicht durch den Einstichkanal zurückläuft.

Sollen Zuckerkranke Diabetiker-Lebensmittel bevorzugen?

Nein, denn um den Zuckergehalt zu reduzieren, wird herkömmlicher Haushaltszucker durch Fruchtzucker ersetzt, auch die Kombination aus diesem mit Zuckeraustausch-Produkten wie Sorbit führt zu Blähungen und Durchfall. Außerdem werden Zuckeraustausch-Produkte im Körper wieder in Glukose umgewandelt und sind daher kalorisch gleichwertig. Essen Sie also beispielsweise lieber in Maßen eine herkömmliche Schokolade, und greifen Sie lieber nicht zur Diabetiker-Schokolade. Hinzu kommt, dass Diabetiker-Schokolade zu etwa 40 Prozent aus Fett besteht.

Deutschland hat 2010 die Beschriftung „Für Diabetiker geeignet“ verboten und 2012 ein Gesetz beschlossen, wonach keine Diabetikerprodukte mehr verkauft werden dürfen. Die Österreichische Diabetes Gesellschaft ist seit Jahren bestrebt, auch in Österreich ein derartiges Verbot durchzusetzen. Derzeit besteht noch keine gesetzliche Regelung für eine Abschaffung von Diabetiker-Lebensmittel, das Gesundheitsministerium sprach sich für eine europäische Regelung aus, die bislang nicht beschlossen wurde.

Wie muss ich meine Ernährung umstellen?

Früher gab es spezielle Diäten für Diabetiker, doch grundsätzlich gelten die gleichen Empfehlungen für eine gesunde Ernährung wie für Nichtdiabetiker. Einige Besonderheiten gibt es dennoch: So sollten Typ-1-Diabetiker mit einer Nierenerkrankung (Nephropathie) nur 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen. Die Insulintherapie muss entsprechend der Nahrung angepasst werden. Grundsätzlich ist Zucker jedoch nicht tabu, solange Süßigkeiten in Maßen gegessen werden.

Allgemeine Gesundheitsempfehlungen sind:

  • Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst und Vollkornprodukte sollen 45 bis 60 Prozent der Gesamtenergiezufuhr ausmachen.
  • Konsumieren Sie Lebensmittel mit hohem Fettgehalt wie Schokolade, Chips, Wurst und Käse nur in Maßen, denn Diabetes geht häufig mit Fettstoffwechselstörungen einher.
  • Bereiten Sie Ihr Essen lieber mit Ölen zu, und sparen Sie bei Fetten.
  • Trinken Sie bevorzugt Wasser, Tee oder Kaffee, und vermeiden Sie Softdrinks und Fruchtsäfte.
  • Weil er kalorienreich ist und tiefe und lang anhaltende Unterzuckerungen verursacht, sollten Sie Alkohol nur gelegentlich und in kleineren Mengen trinken. Wenn Sie eine Insulintherapie erhalten, sollten Sie daher kohlenhydratreiche Mahlzeiten dazu essen, um die Unterzuckerung zu verhindern.

Welche Vorsorgeuntersuchungen sind für Diabetiker wichtig?

Neben dem Augenarztbesuch einmal im Jahr sollte auch die Nierenfunktion und Urin auf Eiweiß (Mikroalbumin) jährlich getestet werden. Ebenso sind die Nervenfunktionen und die Füße einmal jährlich zu kontrollieren. Blutzucker und Blutdruck werden vom Patienten gemessen, das HbA1c sollte einmal im Quartal bestimmt werden, die wichtigsten Laborwerte, vor allem Cholesterin, mindestens einmal jährlich.