Diabetikerinnen stellen sich oft die Frage, ob sie trotz Erkrankung schwanger werden können und wie eine Schwangerschaft unter diesen Umständen verläuft. Erhöhte Blutzuckerwerte während dieser Zeit bergen die Gefahr von Folgeschäden bei der Mutter und beim Kind das Risiko von Fehlbildungen und anderen Schädigungen. Hohe Blutzuckerwerte begünstigen außerdem, dass das Baby mit einem stark erhöhten Geburtsgewicht von über 4.500 Gramm auf die Welt kommt. Das Kind hat insgesamt genetisch bedingt ein erhöhtes Risiko für Typ-1-Diabetes.

Bei der Mutter besteht die Gefahr für Unterzuckerungen und diabetische Folgeerkrankungen an Augen, Nieren und Nerven, die sich zu Beginn der Schwangerschaft verschlechtern können (siehe: Wie äußert sich Diabetes?). Bluthochdruck kann besonders im späteren Verlauf der Schwangerschaft entstehen. Schwangere sollten daher ihre Risiken mit dem Diabetologen klären. Insgesamt bietet eine gute Blutzuckereinstellung während der Schwangerschaft den besten Schutz.

  1. Vor der Schwangerschaft

Frauen sollten eine geplante Schwangerschaft mit ihrem Diabetologen und dem Frauenarzt abklären. Unter Umständen sollte die Diabetestherapie entsprechend den aktuellen Blutzuckerwerten an die geplante Schwangerschaft angepasst werden. Bei einer ungeplanten Schwangerschaft sollte rasch den Arzt aufgesucht werden. Generell sollten bestehende Folgeschäden, wie etwa an den Nieren oder den Augen, vor der Schwangerschaft untersucht werden, denn diese Folgekrankheiten erhöhen das Risiko für Bluthochdruck. Besonders Netzhautschäden können sich in der Zeit verschlechtern und sollten behandelt werden. Sinnvoll ist es außerdem, die Schilddrüse auf eine Über- oder Unterfunktion zu prüfen. Der HbA1c-Wert sollte außerdem drei Monate vor der Empfängnis unter 7, besser unter 6,5 Prozent liegen.

Frauen mit Typ-2-Diabetes können in der Zeit der Schwangerschaft viele Medikament nicht einnehmen und sollten daher vorher auf Insulin umsteigen. Um die richtige Technik und die Dosierung beim Spritzen zu lernen, ist eine entsprechende Beratung beim Arzt sinnvoll.

  1. Während der Schwangerschaft

Aufgrund der Hormonschwankungen ist es schwierig, den Blutzucker gut einzustellen. Zu Beginn der Schwangerschaft sinkt der Insulinbedarf, daher muss wenig Insulin gespritzt werden, um Unterzuckerungen zu vermeiden. In der späteren Schwangerschaft steigt die benötigte Insulinmenge an, daher sollten werdende Mütter mehrmals täglich den Blutzucker messen.

Folgende Werte sind in der Schwangerschaft anzustreben:

  • vor dem Essen: unter 90 mg/dl
  • eine Stunde nach dem Essen: weniger als 140 mg/dl
  1. Geburt

Bei an Diabetes erkrankten Schwangeren ist das Risiko für eine Frühgeburt insgesamt deutlich erhöht. Wiegt der Fötus 4.500 Gramm oder mehr, ist ein Kaiserschnitt ratsam. Während der Geburt sollten die Blutzuckerwerte um 110 mg/dl liegen. Daher wird alle ein bis zwei Stunden der Blutzuckerwert kontrolliert, um ihn gegebenenfalls mit Insulin oder Kohlenhydratzufuhr zu korrigieren.

Nach der Geburt benötigen Mutter und Kind intensive Betreuung. Bei der Mutter sinkt der Insulinbedarf in den ersten Stunden nach der Entbindung ab, das Unterzuckerungsrisiko ist dadurch erhöht. Neugeborene sollten normal gestillt und geimpft werden. Das Stillen verringert das Risiko für Diabetes bei den Kindern und beugt Übergewicht vor.