Diabetes ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindesalter. Weltweit nimmt die Zahl von Typ-1-Diabetes vor allem bei Kleinkindern zu. Auch die Zahl an übergewichtigen Jugendlichen, die als Folge an Typ-2-Diabetes erkranken, steigt.

Insulinpumpe bei Kindern und Jugendlichen mit Diabetes

Generell können Kinder mit Typ-1-Diabetes ein normales Leben führen. Sie müssen jedoch auf ihre Ernährung achten, regelmäßig den Blutzucker messen und Insulin zu sich nehmen. Das ist mittlerweile nicht nur mit einer Spritze, sondern auch mit einem Pen oder einer Insulinpumpe möglich. Letztere ist ein kleines Gerät, das laufend das Hormon im Gewebe abgibt, um den Grundbedarf zu decken (Basalinsulin). Kurz wirkendes Insulin, die beispielsweise den Blutzuckeranstieg nach dem Essen abfangen, können per Knopfdruck abgegeben werden. Die Insulinpumpe ist besonders bei Kindern vorteilhaft, weil dadurch das Spritzen mit dem Pen entfällt, mit dem geringe Insulinmengen, die Kleinkinder benötigen, oft schlecht dosiert werden können.

Kinder und Jugendliche mit Diabetes sollten ihren Blutzuckerwert etwa fünf- bis achtmal täglich messen. Leichte Unterzuckungen sind häufig, aber relativ harmlos, wenn sie rechtzeitig erkannt werden (siehe: Häufige Fragen zu Diabetes).

Häufige Gründe für Unterzuckerungen sind:

  • zu viel Insulin gespritzt
  • Mahlzeit vergessen oder Kohlenhydratgehalt der Mahlzeit zu gering
  • Sport betrieben, ohne vorher die Insulindosis zu senken
  • Fehler bei der Blutzuckermessung und daher Injektion einer zu hohen Insulindosis
  • Magen-Darm-Infekte (mit der Folge, dass Kohlenhydrate nicht ins Blut gelangen)

Zeigt ein Kind Zeichen einer Unterzuckerung, sollte es sofort Kohlenhydrate einnehmen.

Bei Injektionsfehlern, falscher Ernährung, Bewegungsmangel oder Infekten kann es sein, dass der Blutzucker dennoch steigt. Bei sorgfältiger Insulintherapie sowie Achtsamkeit lassen sich diese Stoffwechselentgleisungen jedoch in der Regel gut verhindern. Die wichtigsten Warnzeichen sind:

  • starker Durst
  • häufiger Harndrang
  • rasche Ermüdung
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Azetongeruch (süßlich-obstartig)

Was sollen Kinder mit Diabetes beim Sport beachten?

Kinder mit Diabetes können und sollten körperlich aktiv sein und sind genauso leistungsfähig wie ihre gesunden Altersgenossen. Da Bewegung Energie verbraucht, senkt das den Blutzucker. Um eine Unterzuckerung zu verhindern, müssen Kinder mit Typ-1-Diabetes deshalb entweder vorher weniger Insulin spritzen oder zusätzliche Kohlenhydrate zu sich nehmen. Vor sportlichen Aktivitäten sollte daher immer der Blutzucker gemessen werden und Traubenzucker griffbereit sein. Kinder, Eltern und Betreuer stimmen mit dem behandelnden Arzt ab, wie sie ihre Therapie bei Sport anpassen müssen.

Was sollen Kinder und Jugendliche mit Diabetes essen?

Eigene Diabetiker-Diäten werden mittlerweile nicht mehr empfohlen, es gelten die gleichen Ernährungsempfehlungen wie für Nichtdiabetiker, nämlich eine fettarme, ballaststoffreiche Ernährung sowie Wasser und ungesüßte Tees statt zuckerhaltigen Getränken. Die Insulintherapie muss grundsätzlich der Nahrung angepasst werden, um Unter- und Überzuckerungen zu vermeiden. Kinder dürfen genauso wie Erwachsene auch Süßigkeiten essen, sofern das in Maßen geschieht.